Sechs Strassenansichten aus Schweizer Ortschaften: Widnau SG mit Pollern auf Mittelinsel, Thun Bälliz BE mit blau markiertem Fussgängerstreifen und Passanten, Unterseen BE mit Fussgängerzone entlang Ladenzeile, Köniz BE mit Bus, Fussgängerstreifen und Fahrzeugen an Kreuzung, Zürich ZH mit belebter Einkaufsstrasse voller Fussgänger und parkierten Autos, sowie Weinfelden TG mit ruhiger Strasse und Fahrbahnmarkierungen.
… Horw LU, Uster ZH, Thun Bahn­hofstras­se BE, Grand­son VD
  • Schweizerische Vereinigung der Verkehrsingenieure und Verkehrsexperten (SVI)
  • Ingenieurbüro Giehlmetti, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften zhaw - Departement Angewandte Psychologie

Forschungs­pro­jekt SVI 2011/023 Flächi­ges Queren in Orts­zen­tren (FLOZ)

Lang­fris­ti­ge Wirkung und Zweckmässigkeit

Orts­zen­tren und zentra­le Stadt­be­rei­che haben viel­sei­ti­ge Funk­tio­nen zu erfül­len. Sie sind Wohn- und Arbeits­ort, haben Versor­gungs­funk­tio­nen, sind iden­ti­täts­stif­tend, dienen als Begeg­nungs- und Aufent­halts­ort, sind häufig aber auch verkehr­li­che Tran­sit­räu­me. Dementspre­chend gross sind die Anfor­de­run­gen, die an solchen Orten an den öffent­li­chen Stras­sen­raum gestellt werden.

Viele Ziele und Quel­len beid­seits der Stras­se (beispiels­wei­se Einkaufs­mög­lich­kei­ten, Post­fi­lia­le, Restau­rant, Banco­mat etc.) führen oft zu einem disper­sen Querungs­be­dürf­nis der Zufuss­ge­hen­den. In Bezug auf das Über­que­ren der Stras­se kommen deshalb vermehrt Betriebs­re­gimes mit Gestal­tungs­kon­zep­ten zum Einsatz, bei denen Zufuss­ge­hen­den ein flächi­ges Queren entlang ihrer Wunsch­li­ni­en ermög­licht und folg­lich auf das Anbrin­gen von Fuss­gän­ger­strei­fen verzich­tet wird.

Das Forschungs­pro­jekt widmet sich der Wirkung und Zweck­mäs­sig­keit des Verkehrs­prin­zips des flächi­gen Querens in Orts­zen­tren als Alter­na­ti­ve zu Fuss­gän­ger­strei­fen. Dass flächi­ges Queren ein geeig­ne­tes Betriebs­re­gime sein kann, zeigen erfolg­reich umge­setz­te Beispie­le im In- und Ausland sowie deren vermehr­ter Einsatz.

Die neues­ten Forschungs­er­geb­nis­se zum flächi­gen Queren basie­ren auf den Unter­su­chun­gen von insge­samt zehn Fall­bei­spie­len in der Schweiz, die sich jeweils durch eine erheb­li­che Zahl von queren­den Zufuss­ge­hen­den sowie eine rela­tiv hohe Verkehrs­be­las­tung auszeich­nen und somit eine entspre­chen­de Häufig­keit an Begeg­nun­gen von Fuss- und Fahr­ver­kehr erwar­ten lies­sen. Im Zuge der Konflikt­be­ob­ach­tung, die neben den verkehrs­tech­ni­schen Erhe­bun­gen sowie Befra­gun­gen ein zentra­les Element der empi­ri­schen Forschung war, konn­ten schliess­lich 20’000 Begeg­nun­gen ausge­wer­tet werden.

Aufbau­end auf den Resul­ta­ten der Konflikt­ana­ly­se und allen weite­ren Unter­su­chun­gen gibt der Forschungs­be­richt Hinwei­se darauf, wann FLOZ zweck­mäs­sig ist, welche Einfluss­fak­to­ren zu berück­sich­ti­gen sind, damit das Prin­zip funk­tio­niert und es gelingt, dass die Wirk­sam­keit auch lang­fris­tig Bestand hat.

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Leistungen

Verkehrsberuhigte Dorfstrasse mit begegnungszonenähnlicher Gestaltung, Mittelinsel und Pollern statt klassischer Trottoirs. Ein roter Toyota-Lieferwagen, ein gelbes Taxi sowie mehrere Personenwagen befahren die Strasse, ein Motorrad folgt. Mehrere Personen überqueren die Fahrbahn ausserhalb markierter Fussgängerstreifen, andere warten am Strassenrand. Umliegend stehen typische Schweizer Wohn- und Geschäftshäuser mit Ziegeldächern.
Titelseite des Forschungsberichts «Flächiges Queren in Ortszentren – langfristige Wirkung und Zweckmässigkeit» im Auftrag des Bundesamts für Strassen (ASTRA), erstellt von Ingenieurbüro Ghielmetti, Verkehrsteiner AG, ZHAW Departement Angewandte Psychologie und Technische Universität Kaiserslautern, Forschungsprojekt SVI 2011/023, Mai 2017. Gelber Hintergrund mit Schweizer Wappen und schwarzer Schrift, keine Verkehrssignale oder Verkehrssituation abgebildet.